Mittwoch, 21. Februar 2018


Band 1: Dark Angels Summer       Band 2: Dark Angels Fall       Band 3: Dark Angel Winter

Jedes Jahr im Sommer sind die Schwestern Dawna und Indie für genau 33 Tage gleich alt. In diesem Jahr sind sie siebzehn und kehren nach sieben Jahren auf das Anwesen Whistling Wing ihrer geliebten Großmutter zurück. Doch dort hat sich alles verändert. Die Großmutter ist tot und ein mysteriöser Vogelschwarm greift Menschen an.

Eher spontan habe ich dieses Mal zu diesem Buch gegriffen und muss sagen, dass ich wirklich sehr schnell in der Geschichte drin war. An den Schreibstil musste ich mich zwar anfangs ein wenig gewöhnen, da dieser Roman in der Gegenwart geschrieben ist, aber dafür ist er super leicht und verständlich. Außerdem ist mir sofort aufgefallen, wie bildlich die Geschichte umgesetzt wurde, so war ich sofort mitten im Geschehen und hatte direkt ein Bild vor meinem inneren Auge.

Die Geschichte, die abwechselnd von Dawna und Indie erzählt wird, hat mir an sich recht gut gefallen. Die Idee war durchaus kreativ und ich wollte auch immer wissen, wie es denn nun weiter geht, jedoch war sie teilweise etwas zu langatmig geschrieben. Zwar gibt es immer eine gewisse Grundspannung und man rechnet auch jederzeit damit, dass etwas aufreibendes geschieht, was auch ab und zu geschieht, aber größtenteils plätschert die Geschichte nur so vor sich hin. Was mich allerdings am meisten gestört hat, war das Ende diesen Bandes. Während es vorher wenigstens noch mehr oder weniger interessant voran ging und ich gut durch das Buch kam, hat mich das Ende einfach nur genervt. Was als spannendes Finale gedacht war, hat sich für mich einfach nur in Langeweile aufgelöst. Dafür mochte ich aber das, wie schon oben beschrieben, sehr bildliche und atmosphärische Setting, durch welches ich mich manchmal wie in einem Film gefühlt habe.

Auch den Charakteraufbau kann ich nur loben. Die beiden Schwestern sind wahnsinnig authentisch und ich mochte sowohl Dawnas ruhige Art, als auch Indies aufbrausendes und ehrliches Gemüt. Anders ging es mir da bei der Mutter der beiden Mädchen und auch anderen Personen, die mich so manches Mal beim Lesen auf die Palme gebracht haben. Die Mutter kommt einfach nur naiv und kindisch rüber, die anderen sind ebenfalls komische Gestalten, sind aber durchweg richtig gut und greifbar geschrieben. Sowieso finde ich, dass man in diesem Jugendroman einfach mit den recht außergewöhnlichen, teilweise auch schrulligen Charakteren rechnen muss.

Alles in Allem ist „Dark Angels Summer“ ein Buch, welches gut geschrieben ist, aber sich dann doch etwas zu oft in die Länge zieht, wodurch es, trotz der wirklich guten Idee, nur noch durchschnittlich ist. Dennoch will ich die Reihe weiterlesen, weil ich denke, dass die Geschichte echtes Potenzial hat.  

Dienstag, 20. Februar 2018


Ein kleines Büchlein über verschiedene Gedichtformen und wie man diese zustande bringt, hat hier Autorin Sabine Hartmann herausgebracht. Aber dieses Buch ist nicht nur sture Theorie, sondern auch ein Übungsheft für überall.

Ein herzlichen Dank noch einmal an die Autorin für dieses Lese- und Übungsexemplar. Ich habe die Leserunde, oder vielmehr Versuchsrunde sehr genossen und werde das Büchlein sicher noch öfter zur Hand nehmen.

Denn dieses Buch ist einfach herrlich. Kurz und knapp werden verschiedene Arten von Gedichten anhand von Beispielen erklärt. Egal ob Elfchen, Haikus oder auch Ballade, Sonett und vieles mehr, alles ist dabei, was das Dichterherz erfreut. Schön ist auch der großzügige Platz für eigene Übungen und Kreationen, dazu noch das kleine Format, perfekt für die Hosentasche oder auch Handtasche, so dass man es wirklich immer und überall mit hinnehmen kann. Abschließend gibt es noch einen kleinen, nicht zu überladenen Theorieteil, der einige Reimformen und Begriffe erklärt, die man beim Dichten gebrauchen kann, aber auch sicherlich für Schüler und den Deutschunterricht nützlich sein könnte.

Im Großen und Ganzen hat mir nichts gefehlt, außer ein paar mehr Erklärungen im Praxisteil. Doch wer schon Vorkenntnisse hat, wird sicher nichts vermissen. Außerdem kommt man auch so super mit diesem Buch klar. Von daher ist dieses Büchlein perfekt für alle, die die Kunst des Dichtens erlernen oder aber auch aufbessern wollen und es gibt neue Anregungen auch für diese, die sich bisher auf eine bestimmte Gedichtform beschränkt haben.

Freitag, 16. Februar 2018


Als Skye Sedgewick brutal entführt wird, rechnet sie damit getötet zu werden. Doch stattdessen wird sie auf ein kleines Boot verschleppt, wo sie von ihrem Entführer körperlich misshandelt und gedemütigt wird. In ihrer Not flüchtet sie sich in Erinnerungen an ihre Kindheit und ihre tiefe Freundschaft zu Esteban, der eines Tages plötzlich spurlos verschwand. Und dann wird ihr klar, dass sie ihren Entführer kennt, sie ihm schon einmal in die Augen geschaut hat und dass ihr dieser Mensch mal sehr viel bedeutete.

Der Schreibstil der Autorin ist für mich einzigartig. Dieser ist zwar einfach und leicht zu lesen, hat aber dennoch einiges an Poesie und tiefgründige Sätze zu bieten. Auch der Erzählstil ist etwas Besonderes. Man bekommt die Geschichte nicht nur aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt, sondern durch Rückblicke in die Vergangenheit, auch aus verschiedenen Zeitebenen. Das führt dazu, dass sich einige Ungereimtheiten in der Gegenwart erst nach und nach klären und man ein Verständnis dafür bekommt, warum die Protagonisten so handeln, wie sie es tun.

Was die Geschichte angeht, so möchte ich darauf hinweisen, dass es sich hier nicht um eine typische Entführungsgeschichte handelt, sondern um viel mehr. Im Grunde ist das Kidnapping nur Teil einer viel tiefgründigeren Handlung. Was als spannender aber auch bewegender Thriller beginnt, entwickelt sich zu einer hoch emotionalen und packenden Liebesgeschichte voll von Gefühlen und dramatischen Geheimnissen, die mich zutiefst berührt hat. Klingt, als würde man es früher oder später mit dem oft verwendeten Thema Stockholm-Syndrom zu tun bekommen, das stimmt jedoch überhaupt nicht, denn es geht tatsächlich um ehrliche und echte, wenn auch im ersten Moment nicht ganz nachvollziehbare Liebe. Außerdem spielt Rache und angestaute Wut, auf Grund von Verrat, aber auch Missverständnissen, eine sehr große Rolle. Es geht um tiefe seelisch Verletzungen und das Resultat daraus, um Freundschaft und Familie. In diesem Sinne ist dieses Buch ein vielschichtiger, packender Unterhaltungsroman voller größtenteils unvorhersehbarer Wendungen, der so gut wie keine Klischees nötig hat.

Ebenfalls kann ich nur über die sehr vielschichtigen Charaktere schwärmen. Wie schon gesagt, versteht man ihr Handeln oft erst nach und nach. Gerade bei Damian könnte man dazu neigen, ihn zu verurteilen. Jedoch lernt man ihn im Verlauf der Geschichte und vor allem der Rückblicke immer besser kennen und sogar lieben. Und auch Skye ist eine Protagonistin, die man nicht sofort ins Herz schließt, auch wenn man mit ihr leidet und ihr ihr Martyrium nicht im Geringsten wünscht. Allerdings entwickelt sie sich in eine solch großartige Richtung, dass man ihr irgendwann ihre Macken vergibt.

Für mich zählt dieses Buch auf jeden Fall schon zu meinen Jahreshighlights und ich kann es uneingeschränkt weiterempfehlen. Ich habe den tollen Schreibstil, die überaus packende Geschichte und die toll geschriebenen Charaktere einfach nur geliebt.